Überblick über die schulische Konzeption

Die Befähigung der Schülerinnen und Schüler, sich eigenverantwortlich und zielorientiert mit Fragen der Zukunftsgestaltung, Lebensplanung und infolgedessen mit Studien- und Berufsorientierung auseinanderzusetzen, ist zentrales Anliegen der pädagogischen Arbeit des Heriburg-Gymnasiums.

Sekundarstufe I

Bereits im Politikunterricht der Klasse 5 werden Aspekte der beruflichen Orientierung angesprochen. Hier geht es in einer Unterrichtsreihe vor allem um die Geschlechterrollen in Familie und Schule. Die SchülerInnen lernen die unterschiedlichen Rollen und Aufgaben von Jungen und Mädchen, von Frauen und Männern kennen – früher und heute. Auch sollen sie für sich eine Zukunftsvision entwickeln – auch in Bezug auf berufliche Aspekte.

Im Politikunterricht der Klasse 7 steht thematisch der Jugendliche in der Gesellschaft auf dem Weg zum Erwachsenwerden im Mittelpunkt, wobei auch wirtschaftsbezogene Inhalte vermittelt werden (z.B. Leben in der Arbeitswelt; wie arbeiten Unternehmen?).
Der Schwerpunkt der Studien- und Berufsorientierung liegt in der Klasse 8 mit dem Einsetzen des Konzepts KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss). Die Standardelemente umfassen

  • das Portfolioinstrument Berufswahlpass
  • die Potenzialanalyse
  • die Erkundung von drei Berufsfeldern

Im Deutschunterricht (Klasse 8) werden Berufs- und Arbeitswelt vorgestellt, und die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit berufsbezogenen Schreibformen (Lebenslauf, Bewerbungsschreiben).
Im Politikunterricht (Klasse 9) unterstützt die Bearbeitung von Themen wie "Woran können Jugendliche sich noch orientieren?“ oder "Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Arbeit und Beruf in einer sich verändernden Welt" die SchülerInnen auf ihrem Weg der Berufsfindung und bereitet sie auf gesellschaftliche Veränderungen in der Welt der Arbeit vor.

Darüber hinaus nehmen die SchülerInnen der Stufe 9 das außerunterrichtliche Angebot eines externen Trägers wahr und absolvieren ein Bewerbertraining. Sie erfahren dabei praxisnah, welches die bestimmenden Faktoren bei der Berufswahl und im Bewerbungsverfahren sind. Zudem bekommen die SchülerInnen Einblicke in unterschiedliche Berufsbilder. Schließlich wird allen SchülerInnen der Stufe 9 im Rahmen des Politikunterrichts die Gelegenheit gegeben, in dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit (BIZ) ihre berufsbezogenen Interessen, Wünsche und Vorstellungen näher zu erforschen.

Sekundarstufe II

In der Oberstufe setzt sich die Studien- und Berufswahlorientierung durch stufenübergreifende Angebote verschiedener Träger fort, erweitert durch Veranstaltungen, zu denen alle Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe eingeladen werden.

Jgst.

Angebote

Zeitpunkt / Dauer

Veranstaltungsort /

Organisator

8

Portofilioinstrument

  • Berufswahlpass
  • Potenzialanalyse
  • Erkundungen von drei Berufsfeldern

 

  • 1. Hj.
  • 1 Tag (1. Hj.)
  • drei Tage (2. Hj.)

Externe Träger / Betriebe

Frau Kallabis / StuBo

Schullaufbahnberatung Ende des 1. Hj.  Schule, EF-Stufenleitung
Bewerbungstraining Juni / 4 Ustd. pro Klasse Schule / AOK Coesfeld, StuBo 
EF

Schülerbetriebspraktikum (SBP); Duales Orientierungspraktikum (DOP)

Januar / 14 Tage Behörden, Institutionen, Beriebe, FH Münster / StuBo
Q1 Beratung durch die Agentur für Arbeit Beginn des 1. Hj. und monatlichen Sprechstunden Schule / Agentur für Arbeit; StuBo
Q1/Q2 Information zu Studiengängen Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien / 3. und 4. Ustd. Schule / Ehemalige SchülerInnen ; Herr Rosen
Q1  Vocatium (Fachmesse für Ausbildung und Studium Münsterland) Ein Tag im September Münster / Institut für Talententwicklung GmbH Münster / StuBo
Q2 "Tag der offenen Tür" der WWU Münster November / 1 Tag Uni Münster / Stufenleiter, StuBo 
Q1 Berufsnavigator; Potenzialanalyse; Selbst- und Fremdeinschätzung; individuelle Beratung Februar oder März / 1 Tag Schule / Berufsnavigator GmbH; Regionales Bildungsbüro Coesfeld; Herr Theisen; StuBo
9, EF, Q1, Q2 Messe zur Bildungs- und Berufsorientierung (CoeMBO) November oder Dezember  / 1 Tag von 10.00 bis 15.00 Uhr Nepomucenum / Stadt Coesfeld, StuBo

I. Das Schülerbetriebspraktikum

Das vierzehntägige SBP in der Jahrgangsstufe EF bietet die Möglichkeit, "die Berufs- und Arbeitswelt kennen zu lernen und mit ihrer sozialen Wirklichkeit vertraut zu werden". (KM-Erlass, 1992). Grundsituationen des Wirtschafts-, des Arbeits- und Berufslebens können erfahren werden und somit die Basis schaffen für die gründlichere und vertiefende Auseinandersetzung mit spezifischen Unterrichtsinhalten in verschiedenen Fächern.

Ebenso wichtig erscheint der Gesichtspunkt, dass ein Schülerbetriebspraktikum als Element eines Konzepts der Berufswahl- und Studienwahlvorbereitung die Entscheidungskompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern vermag.

Die Durchführung des Schülerbetriebspraktikums (SBP) bzw. des Dualen Orientierungspraktikums (DOP) erfolgt am Heriburg-Gymnasium in den ersten zwei Wochen nach den Weihnachtsferien.

Organisation und Koordination der Termine und die Sicherstellung der Praktikumsplätze übernimmt die Schule (StuBo). Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es dann, selbstständig mit einem geeigneten Betrieb Kontakt aufzunehmen.

Während der Praktikumszeit sind die Schülerinnen und Schüler unfallversichert, über das Schulamt wird eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

In der Regel übernimmt die Stadt Coesfeld die Fahrtkosten (bis zu 30 km Entfernung); z. T. sind diese bereits durch die obligatorischen Schülerfahrkarten abgedeckt.

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Praktikumserfahrungen (Praktikumsplatzsuche, Arbeitsbelastungen, Arbeitsklima u.a.) bzw. ihren einwöchigen Besuch der (Fach-)Hochschule (DOP) ausführlich in einem Praktikumsbericht. Ferner erhalten sie von dem Praktikumsbetrieb am Ende des Praktikums eine schriftliche Beurteilung, die sogenannte Praktikumseinschätzung.

Die SchülerInnen werden während des Praktikums von einer Lehrkraft im Betrieb besucht. Dieser Betreuungslehrer kümmert sich auch im Problemfalle mit dem StuBo um Lösungsmöglichkeiten und bewertet am Ende des Praktikums die Praktikumsmappe.

Beim Dualen Orientierungspraktikum (DOP) haben die SchülerInnen die Gelegenheit, in einer zehntägigen Praxisphase sowohl Einblicke in einen Wunschberuf als auch in die akademische Qualifizierung an einer (Fach-) Hochschule zu bekommen. In Kooperation mit der Fachhochschule und der Universität Münster absolvieren die SchülerInnen zunächst eine fünftägige Hospitation in einem ausgewählten Studiengang. Hierbei werden sie individuell betreut und beraten. Anschließend absolvieren sie eine weitere fünftägige Praxisphase in einem passenden, akademisch geprägten Tätigkeitsbereich in einem selbst ausgewählten, möglichst wohnortnahen Betrieb.

II. Messe zur Bildungs- und Berufsorientierung (CoeMBO)

Eine weitere Möglichkeit, sich über ihre beruflichen Perspektiven zu informieren, bietet sich unseren SchülerInnen auf der Coesfelder Messe zur Bildungs- und Berufsorientierung (CoeMBO), die jedes Jahr an einem Samstag im November im Schulzentrum der Stadt Coesfeld stattfindet.

Zum einen werden an den Messeständen Ausbildungsmöglichkeiten in Betrieben und im Handwerk vorgestellt. Zum anderen werden Studiengänge von Hoch- und Fachhochschulen aus der Region präsentiert (inklusive Duales Studium).

Auch unsere Schule ist jedes Mal mit einem Informations- und Beratungsstand für die SchulabgängerInnen der Sekundarstufe I vertreten.

III. Berufsorientierung Erster Klasse: Die Vocatium Münsterland

Jedes Jahr im September fahren interessierte SchülerInnen der Q1 zur Fachmesse für Ausbildung+Studium vocatium Münsterland in der Halle Münsterland in Münster zu verbindlichen Berufswahl-Gesprächen. Die Jugendlichen besuchen jeweils ca. 40-45 Aussteller (Ausbildungsbetriebe, Fach- und Hochschulen sowie Beratungsinstitutionen).

Der Fokus der vocatium-Fachmesse liegt stets auf qualitativ hochwertigen Kontaktgesprächen zwischen den Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben bzw. Fach- und Hochschulen. Jeweils ab Mitte Mai besucht das Organisationsteam des Institutes für Talententwicklung in Münster unsere Schule, um die SchülerInnen der Vorabgangsklassen intensiv auf die Messe vorzubereiten. Den Jugendlichen werden dabei das Konzept, das Messehandbuch sowie die teilnehmenden Aussteller und die Gesprächs- bzw. Informationsmöglichkeiten vorgestellt. Für die jungen Menschen werden nach ihren persönlichen Wünschen bis zu vier verbindliche Beratungstermine mit den Ausstellern arrangiert, auf die sie sich gut vorbereiten können.

IV. Der Berufsnavigator

Jedes Jahr Ende Februar/Anfang März nehmen alle SchülerInnen der Q1 an dem Berufsnavigator in unserer Schule teil. Der Berufsnavigator ist ein stärkenorientiertes Verfahren zur Berufsfindung. Das Verfahren nutzt die Kenntnisse von SchülerInnen, die sich gut untereinander kennen, indem sie sich gegenseitig online anonym einschätzen (peer rating).

Im ersten Schritt werden die Profile der persönlichen Kompetenzen herausgearbeitet. Die SchülerInnen beurteilen gegenseitig ihre Talente und Neigungen. So basiert das Ergebnis des Berufsnavigators sowohl auf Selbst- und auf Fremdeinschätzung innerhalb einer kleinen Gruppe. 50 Merkmale – Schlüsselkompetenzen wie zum Beispiel Auftreten, Belastbarkeit, Bildung, soziale Kompetenz, Ehrgeiz, Kreativität …- , die jeweils mehreren der 152 in einer Datenbank erfassten Berufsbildern und deren Anforderungsprofilen zugeordnet sind, werden dabei abgefragt. So stufen die SchülerInnen sich gegenseitig in 7 Kompetenzstufen ein. Entscheidend ist, dass das Modell sich hierbei auf die persönlichen Fähigkeiten und auf die Stärken der Jugendlichen beschränkt. Aus den Ergebnissen ergibt sich so ein aussagekräftiges individuelles Eignungs- und Persönlichkeitsprofil.

Die SchülerInnen führen die Einschätzungen vorher online durch. In einem zweiten Schritt ordnet eine Entscheidungssoftware dem Profil des Schülers oder der Schülerin insgesamt zehn passende Berufsbilder und ein individuelles Stärkenprofil zu. In einem dritten Schritt werden die SchülerInnen im Hinblick auf ihre persönlichen Stärken und dazu passende Berufe von erfahrenen Praktikern individuell beraten, so dass auch Faktoren wie Hobbys und Neigungen mit in das Endurteil einfließen können. Es wird für jeden Schüler und jede Schülerin ein individuell zugeschnittenes Ergebnis erarbeitet, es werden Ziele definiert und weitere notwendige Schritte besprochen. So können die Interessen und Fähigkeiten der SchülerInnen intensiv beleuchtet und das Stärkenprofil aus dem Test kann ergänzt werden. Am Ende wird für jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein Zertifikat ausgestellt.

Die Nachhaltigkeit der Testungen und der Ergebnisse wird durch die Überreichung eines Portfolio mit den jeweiligen Stärken und Schwächen der SchülerInnen sowie den dazu passenden Berufsbildern garantiert .

V. Information zu Studiengängen und Studium

Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien haben die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe Q1/Q2 Gelegenheit, sich über verschiedene Studiengänge und allgemeine Fragen eines Studiums zu informieren. Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die an unserer Schule vor einigen Jahren das Abitur gemacht haben und jetzt studieren, berichten über den Prozess ihrer Entscheidung für ihr Studienfach, über ihren Studiengang und von ihren Erfahrungen im Studentenalltag.

Kontakt

Städt. Heriburg-Gymnasium

Seminarstr. 10
48653 Coesfeld
Telefon: (02541) 74 08 1-0
Telefax: (02541) 74 08 1-99

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